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Die Rückkehr der württembergischen Kanonen nach Königsbronn

Nach 200 Jahren kehrten am 31.7.2023 zwei württembergische Kanonenrohre nach Königsbronn zurück

Gefertigt wurden die Rohre wie so viele Kanonenrohre sicherlich in den Gießgruben im Gebiet von Kocher und Brenz. Sicher ist, dass Königsbronn über genügend tiefe Gießgruben verfügte un die Gießer vor Ort das notwendige Wissen hatten um einen derartigen Guss zu ermöglichen. Rohre aus Stahl, Grauguss oder Bronze waren dort neben anderen Gusserzeugnissen kein Problem für die Fertigung von Waffen.

Hatte es Königsbronn schon im 17ten Jh. als „Waffenschmiede“ gegeben? Eine Frage die nicht genau beantwortet werden kann. Die Aktenlage lässt hier auf Grund der Zerstörung des Klosters, sie ist extrem dürftig, keine klare Aussage zu. Sicher kann allerdings gelten, dass gesagt werden kann, gekonnt hätten die Gießer diese Technik.

Zur Zeit der vor 1450 wurden die ersten Geschütze in den „Husittenkriegen“ in Böhmen eingesetzt. Diese Geschütze waren zusammen mit sogenannten Protzen, den Pulverwagen und Munitionsträgern mobil einsetzbar. Zu ihrer Bespannung waren meist mehrere „Schwere Pferde“ nötig. Noch heute heißt die trägt die Bayrische Kasernen Straße in München den Namen Schwere-Reiter-Straße. Hier war u.a. bis 1918 eine Artillerieeinheit stationiert. Später wurde hier die Heeres Offiziers Schule untergebracht. Am Ende wurde für Bedienstete des militärischen Bekleidungsamts an der Schwere-Reiter-Straße zur Infanteriestraße die Barbarasiedlung gebaut. Das liest sich wie eine Geschichtsbeschreibung der Artillerie.

Waren es nicht der Wohltätigkeit der Hl. Barbara unterstellte Gläubige die beides abdeckten. Gießen schießen und Bergleute.

Laut Feldhaus, Lexikon der Technik, gibt es verschiedene deutsche Handschriften des 15. Jahrhunderts, in denen von einem Erfinder die Rede ist, der das Schwarzpulver erfunden hat. Hier Meister Bertholdgenannt. Das früheste Dokument, eine Handschrift über Pyrotechnik von 1410 im Germanischen Nationalmuseum in Nürnberg wird angeführt. Bertold wird darin nicht als Ordensmann, sondern als Magister und Alchemist bezeichnet. Andere Handschriften des frühen 15. Jahrhunderts bezeichnen ihn auch als Griechen. Sicher ist, dass Waffentechnisch, Geschütze an dieser Zeitschiene erstmals Bedeutend wurden. Dies fällt zeitlich zusammen mit der Erfindung von Guss von Eisen.

Und, hier kommt, ob wir es wollen oder nicht, auch Königsbronn und die In der Nähe befindlichen Werke an Kocher und Brenz als Waffenschmieden in die Diskussion.

Warum wohl wurden die Werke in den Glaubenskriegen mehrfach zerstört. Es waren Rüstungsbetriebe von enormer Bedeutung. An denen auch das Kloster ob gewollt oder nicht partizipierte, und es stand im Krieg gegen den Herzog von Obwohl selbst Protestant, kämpfte Albrecht im Schmalkaldischen Krieg (1546–1547) als Söldner- und Reiterführer auf der Seite des katholischen Kaisers Karl V. Zunächst befand er sich im Gefolge des Kaisers in seinem Feldzug an der Donau. Gemeinsam mit Moritz von Sachsen fiel er dann in Kursachsen unter Johann Friedrich I. ein, wurde allerdings schnell in Rochlitz gefangen gesetzt. Bis zum Ende des Krieges war er Gefangener auf der Leuchtenburg, zuletzt in Kahla. Die kaiserliche Armee entschied den Kriegsverlauf schließlich in der Schlacht bei Mühlberg. Während Moritz von Sachsen mit der Kurfürstenwürde belohnt wurde, blieb der Kaiser Albrecht selbst vereinbarte Zahlungen schuldig. Belohnt wurde er mit Amt und Schloss Königsberg.

Albrecht distanzierte sich daraufhin vom Kaiser und schmiedete mit dem Kurfürsten Moritz von Sachsen geheime Pläne, die zum Fürstenaufstand (1552) führten. Es gelang dabei, auch den französischen König Heinrich II. im Vertrag von Chambord für ein Bündnis zu gewinnen. Ihm wurde für seine Unterstützung die Abtretung der lothringischen Grenzbistümer Toul, Metz und Verdun zugesichert. Albrecht zog mit den anderen Fürsten in Augsburg ein und lagerte vor Ulm. Der Fürstenaufstand gelang und zwang Karl V. zur Flucht nach Italien. Im Passauer Vertrag von 1552 wurde der Protestantismus anerkannt. Albrecht führte seine Kampfhandlungen weiter, im Kampf gegen katholische Fürstbischöfe suchte er seinen Einfluss in Franken auszuweiten. Kurzfristig verstärkte sein nahes Heer Karl V. bei der Belagerung der Festung Metz, der sich dafür bereit erklärt hatte, die Zugeständnisse, die Albrecht dem Bamberger und Würzburger Bischof abgenötigt hatte, anzuerkennen.

Die Helfensteiner erhielten das Gebiet 1365 erneut als Lehen von Kaiser Karl IV. Nach dem Tod des Kaisers 1378 ergaben sich wechselnde Besitzverhältnisse und auch die Vogtei wechselte mehrmals. Württemberg, das Heidenheim an der Brenz von den Helfensteinern erworben hatte, erhob Ansprüche auf das Gebiet, während der Abt das Kloster als reichsunmittelbar betrachtete. 1539 sollte das Kloster reformiert werden. Die Mönche weigerten sich jedoch, den neuen Glauben anzunehmen. In den Nachwirren des Schmalkaldischen Krieges wurde Königsbronn im Zweiten Markgrafenkrieg durch die Truppen des Markgrafen von Brandenburg-Kulmbach, Albrecht Alcibiades, 1552 niedergebrannt und völlig dem Erdboden gleichgemacht. Auch die „sehr prächtige“ alte Klosterkirche wurde hierbei zerstört.

Die späterhin auch einer besonderen Bewachung von Reitertruppen des Herzogs von Württemberg bedurften. Es waren nicht seine „Jäger“ die ihn auf seinen Jagdstreifzügen im Brenz Raum begleiteten, es waren hochspezialisierte Reitertruppen die das Gießwerk Königsbronn bewachten.

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Letzte Aktualisierung: 23.06.2024

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